RHEINHESSEN - „Die Zeit ist reif, einen Schritt weiter zu gehen“, sagt Johannes Geil-Bierschenk. So oft habe der Bechtheimer Winzer vor der Herausforderung gestanden, im Kundengespräch eine trockene Spätlese schmackhaft zu machen. „Immer wieder kommt der Satz: Nein, süße Weine trinke ich nicht. Die Leute verbinden Spätlese immer noch mit Restsüße.“
Das Klassifikationsmodell der Prädikatsweine hat sich in einer Zeit etabliert, in der in Rheinhessen die halbtrockenen und lieblichen Weine prägend waren. Und das bleibt beim Konsumenten offenbar hängen. Deshalb macht der Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) sich schon länger für ein Alternativmodell stark, das Weine mittels einer Qualitätspyramide einordnet: unten die Guts-, dann die Orts- und oben die Lagenweine, mit jeweils eigenen, typischen Merkmalen.
Zurzeit stehen beide Begriffssysteme unverbunden nebeneinander, was das Ganze gewiss nicht weniger kompliziert macht. Deswegen hat sich nun der Verein „Maxime Herkunft Rheinhessen“ gegründet, der – in Anlehnung an die VDP-Nomenklatur – für das dreistufige Pyramidenmodell eintritt. „Als verbindliches System“, wie Geil-Bierschenk sagt. „Wir möchten das Herkunftsmodell als Gebietsklassifikation etablieren und damit mehr Profil für die Region gewinnen.“
69 Weinbaubetriebe zählen zu den Gründungsmitgliedern, darunter sämtliche VDP-Betriebe in Rheinhessen. „Bei uns ist es allerdings breiter angelegt“, betont der Gründungsvorsitzende, der mit Stefan Braunewell, Philipp Wittmann, H. O. Spanier, Peter May, Johannes Thörle, Kai Schätzel und Klaus Gres zu den Initiatoren zählt. „Noch sind nicht alle Top-Betriebe der Region dabei, aber das Ziel soll sein, alle mit ins Boot zu bekommen.“